„Jede Mundart ist Volksmundart, heimlich und sicher, aber auch unbeholfen und unedel, dem bequemen Hauskleid, in welchem nicht ausgegangen wird, ähnlich. Im grunde sträubt sich die schämige Mundart wider das rauschende Papier, wird aber etwas in ihr aufgeschrieben, so kann es durch treuherzige Unschuld gefallen.“
Joseph Kehrein, Volkssprache und Wörterbuch von Nassau, Zitat aus dem Vorwort
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ve-blotscht, o kurz und betont, gew. für 1. verhauen, 2. verletzen: ich hab mer’s Knie veblotscht; vgl. blotsche.
das, kein Pl., gew. für lockerbeerige Trauben mit vielen unbefruchteten Beeren.
geschnorrt, auch schnorrn, schnorre gehe, o kurz und betont, allg. für 1. betteln, auf Kosten anderer leben; 2. an Fassenacht in Maske umherziehen, um anderen mit verstellter Stimme die Maanung zu saache. Der Reiz der Sache ist, einen Bekannten mit dem Wissen um Dinge zu überraschen, von denen er glaubt, sie seien anderen unbekannt; dabei kommt es darauf an, dem, der wo die Maanung gesaat krieht, unkenntlich zu bleiben. Die Schnorrer sind vor allem noch in Kiedrich lebendig, wo am Donnerstag vor Fassenacht die Schnorrerrallye stattfindet. Die Fassenachtsschnorrer haben von alters her das Vorrecht, sich an den Speisen und Getränken der Unmaskierten zu laben.