„Jede Mundart ist Volksmundart, heimlich und sicher, aber auch unbeholfen und unedel, dem bequemen Hauskleid, in welchem nicht ausgegangen wird, ähnlich. Im grunde sträubt sich die schämige Mundart wider das rauschende Papier, wird aber etwas in ihr aufgeschrieben, so kann es durch treuherzige Unschuld gefallen.“
Joseph Kehrein, Volkssprache und Wörterbuch von Nassau, Zitat aus dem Vorwort
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der, Pl. gleich, langes a betont, allg. für langsamen Menschen, einen, der sich träge bewegt. Der Ausdruck hat aber nichts mit schrspr. lahm zu tun, sondern entspricht Leimsieder.
der, ohne Pl., u kurz und betont, veraltet für Gefängnistransportwagen. Früher pferdebespannt, dunkelgrün angestrichen, mit kleinen Gitterfenstern, besorgten solche Wagen den Gefangenentransport bis nach dem Ersten Weltkrieg. Mit ihrem Verschwinden kam auch der Ausdruck außer Gebrauch; von Berlin kam dafür die Grüne Minna.
gedebbelt, kurze e, erstes betont, gew. für unsicher, mit kleinen Schrittchen gehen, besonders in der Kinderstube. Schrspr. tippeln.