„Jede Mundart ist Volksmundart, heimlich und sicher, aber auch unbeholfen und unedel, dem bequemen Hauskleid, in welchem nicht ausgegangen wird, ähnlich. Im grunde sträubt sich die schämige Mundart wider das rauschende Papier, wird aber etwas in ihr aufgeschrieben, so kann es durch treuherzige Unschuld gefallen.“
Joseph Kehrein, Volkssprache und Wörterbuch von Nassau, Zitat aus dem Vorwort
Hier werden einige durch Zufall ausgewählte Begriffe angezeigt.
der, Pl. gleich, kurze Vokale, erstes e betont, gew. für Spengler, Klempner. Die Bezeichnung geht auf die reisenden Handwerker zurück. Bis Mitte des 19. Jh. zogen Berschdebinner (Bürstenbinder), Kessel- bzw. Panneflicker, Löffelgießer (Zinn), Mühlärzte (Mühlenbauer und -Techniker), Siebmacher und Scheernschlaafer umher. Die Industrialisierung hat unter diesen Wanderberufen aufgeräumt, kaum dass noch Scherenschleifer übrig sind. Insbesondere die Kesselflicker, Scherenschleifer und Zinngießer waren oft Zigeuner und genossen kein hohes Ansehen. Vermutlich damit hängt es zusammen, wenn gesagt wird Die habbe sich gekloppt wie die Kesselfligger.
das, Pl. Hember, auch Himb, gew. für Hemd. Früher konnte man hören Was brauch eich Babeir, eich butze de Arsch mem Himb ab, aber diese Zeiten sind lange vorbei.
unbestimmtes Fürwort, kurze e, erstes betont, allg. für etwas; ebbes is besser wie nix. Ebbes doher mache: Aufhebens machen. Ebbes for die Hebbes, was die Gaas nit frisst: Antwort auf eine als lästig empfundene Frage, etwa von Kindern, was es zum Essen gibt. Jidd. epess in gleicher Bedeutung.