„Jede Mundart ist Volksmundart, heimlich und sicher, aber auch unbeholfen und unedel, dem bequemen Hauskleid, in welchem nicht ausgegangen wird, ähnlich. Im grunde sträubt sich die schämige Mundart wider das rauschende Papier, wird aber etwas in ihr aufgeschrieben, so kann es durch treuherzige Unschuld gefallen.“
Joseph Kehrein, Volkssprache und Wörterbuch von Nassau, Zitat aus dem Vorwort
Hier werden einige durch Zufall ausgewählte Begriffe angezeigt.
das, Pl. Fermgeedcher, erstes e kurz und betont, o lang, allg. für Firmpatin.
das, kein Pl., letztes o betont, allg. für Kölnisch Wasser; frz. Eau de Cologne. Nadierlich geheert en Odecolonch bei’s Weschlafor (s.d.). – Als ein Rheingauer beim Stadtbummel in Paris eine Szene beobachtet, bei der sich Passanten mit den Worten „oh, tout malade“ um jemanden kümmern, dem übel geworden ist, sagt er: Ja, duht mer aach laad, wann ich nor wisst was Odecolonch uff franzeesisch heeßt.
geroppt, allg. für rupfen, reißen. Ausenannerrobbe: auseinanderreißen; erunnerrobbe: herunterreißen; sammerobbe: zusammenreißen, also etwa eine Hütte abreißen, uffrobbe: aufreißen. Mit kleinen Kindern kann man Nas abrobbe spielen: Das Näschen wird zwischen die gekrümmten Zeige- und Mittelfinger genommen, die Finger werden weggezogen und die Daumenspitze durchgesteckt, um die ‚weggenommene’ Nase darzustellen.