„Jede Mundart ist Volksmundart, heimlich und sicher, aber auch unbeholfen und unedel, dem bequemen Hauskleid, in welchem nicht ausgegangen wird, ähnlich. Im grunde sträubt sich die schämige Mundart wider das rauschende Papier, wird aber etwas in ihr aufgeschrieben, so kann es durch treuherzige Unschuld gefallen.“
Joseph Kehrein, Volkssprache und Wörterbuch von Nassau, Zitat aus dem Vorwort
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der, Pl. gleich, kurze e, erstes betont, 1. allg. für Holzklotz mit kurzem Stiel, der im Herbst zum Einmaischen der Trauben dient; vgl. Moschderkolbe; 2. abwertende Bezeichnung für stramme Frauenbeine. Geschwisder Stuhlstembel: entfernte Verwandte nicht näher definierten Grades.
die, kein Pl., i lang und betont, vulgär für Schutzmann, Polizist, Polizei. Das Wort steht in Beziehung zu ‚Schmiere’ der Gaunersprache. Schmiere stehen: Wache stehen gegen Störungen der ungesetzlichen Handlung. 1714 zuerst im deutschen Sprachgebrauch belegt, aus dem Rotw., dorthin aus hebr. sim'rah: Wache.
gange, i kurz und betont, gew. für verschwinden, abhauen; schrspr. stiften gehen.