„Jede Mundart ist Volksmundart, heimlich und sicher, aber auch unbeholfen und unedel, dem bequemen Hauskleid, in welchem nicht ausgegangen wird, ähnlich. Im grunde sträubt sich die schämige Mundart wider das rauschende Papier, wird aber etwas in ihr aufgeschrieben, so kann es durch treuherzige Unschuld gefallen.“
Joseph Kehrein, Volkssprache und Wörterbuch von Nassau, Zitat aus dem Vorwort
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der, Pl. gleich, erstes i kurz und betont, nur noch Erinnerung, für Handtasche in Beutelform; frz. réticule in derselben Bedeutung. Ebenso volkstümlich wie unrichtig ist die Verbindung zu frz. ridicule: lächerlich, die empfunden wurde, als dieses Utensil unmodern geworden war.
der, ohne Pl., kurze Vokale, a betont, 1. gew. für Schlamm, 2. verächtlich für breiige Speise.
Part. Perf. gleich, kurze Vokale, a betont, in der Rheinschiffahrt der Ausdruck für eine hochgefährliche Situation bei der Bergfahrt. Wenn auf die langen Frachtschiffe oder die noch längeren Schubverbände bei einer Flussbiegung, aufgrund einer technischen Störung oder eines Fahrfehlers bei einem Richtungswechsel die Strömung von schräg vorne auftrifft, kann es passieren, dass sie das Schiff seitwärts dreht, so dass es abtreibt und am Ufer, einer Sandbank oder am nächsten Felsen havariert. Zur Vermeidung dieser Gefahr werden nach wie vor Vorspannboote eingesetzt, die ansonsten wegen der fortschreitenden Flussregulierung und der stärkeren Schiffsmotoren nicht mehr nötig wären.