„Jede Mundart ist Volksmundart, heimlich und sicher, aber auch unbeholfen und unedel, dem bequemen Hauskleid, in welchem nicht ausgegangen wird, ähnlich. Im grunde sträubt sich die schämige Mundart wider das rauschende Papier, wird aber etwas in ihr aufgeschrieben, so kann es durch treuherzige Unschuld gefallen.“
Joseph Kehrein, Volkssprache und Wörterbuch von Nassau, Zitat aus dem Vorwort
Hier werden einige durch Zufall ausgewählte Begriffe angezeigt.
eweggebutzt, kurze Vokale, zweites e betont, gew. für: bis zum letzten Rest aufessen, heimlich wegnehmen.
der, Pl. Kribbseck, kurze Vokale, i betont, gew. für: unangenehmen, bissigen, scharfen Menschen. Auch Krebbsack, Krobbsack, entspricht wohl schrspr. Grobsack.
geschennt, kurze e, erstes betont, 1. gew. für schimpfen, schelten, streiten, auch drohen. Wer es mit viel Nachdruck tut, schennt wie en Rohrspatz (Drosselrohrsänger, seine Stimme gilt als unangenehm). Passivform: Ich hab geschennt krieht. Spottvers von Kindern zur Abwehr dessen, was man heute Mobbing nennt: Schenne, schenne duht nit weh, wer mich schennt, hot Lais un Fleeh (Läuse und Flöhe); schrspr. schänden; 2. abfällig für nennen: So aaner schennt sich Dogder. – Zu 1. gibt es unzählige Beispiele; einige davon sind im Buch aufgeführt. Zwei bemerkenswerte Drohungenseien hier noch genannt: Wann de dich nit benimmst, haan ich der widder dein morsche Hals; alternativ und etwas heftiger: …dann haan ich dich, dess-de in kaan Sasch meh basst; … dann host-de dei letzt Ferzje gelosse; oder …dann host-de ausgeschisse. –Un was gibt mer als Antwort, wann aan aaner schennt odder erjern will?: An-eme roschdiche Kessel reibt mer sich nit oder Eme beese Hund gibt mer zwaa Stigger Worscht (statt aans).