„Jede Mundart ist Volksmundart, heimlich und sicher, aber auch unbeholfen und unedel, dem bequemen Hauskleid, in welchem nicht ausgegangen wird, ähnlich. Im grunde sträubt sich die schämige Mundart wider das rauschende Papier, wird aber etwas in ihr aufgeschrieben, so kann es durch treuherzige Unschuld gefallen.“
Joseph Kehrein, Volkssprache und Wörterbuch von Nassau, Zitat aus dem Vorwort
Hier werden einige durch Zufall ausgewählte Begriffe angezeigt.
der, Pl. selten, Scherzname für Korkenzieher. Der Begriff ist Pointe einer Legende, nach der die Binger Ratsherren in einer Versammlung samt und sonders zwar keine Bleistifte zur Hand hatten, dann aber, als es ans Flaschenöffnen ging, jeder einen Korkenzieher zum Vorschein brachte. So in der Posse „Romantisches Leben“ von Jean Dremmel (1885): Ich hab nix im Sack als wie en Binger Bleistift.
das, kein Pl., Anlaut-e lang und betont, nur in dem Ausdruck e Weĩ’che wie e Eelche. Der Wein wird zu seinem Lob mit einem guten Öl verglichen, wenn er infolge seines Extraktgehalts Glyzerin bildet, das am Glas über dem Flüssigkeitsspiegel ölige Schlieren in Form von Kirchenfenstern zeichnet.
der, Pl. gleich, kurze Vokale, u betont, gew. für Strumpfband; vgl. Bennel.